Liebe Hundefreunde,
Sie haben sich für einen Hund aus dem Tierschutz entschieden
Darüber sind wir sehr froh, weil wir es als ein Zeichen werten, dass Sie Hunde besonders lieben, ihnen helfen wollen und sich über ihre artgerechte Haltung mehr Gedanken machen, als es leider oftmals bzw. sogar üblicherweise der Fall ist.

Wir, das Team Verein Zypernhunde e.V. möchten Ihnen auch nach der Vermittlung dabei helfen, dass Sie ihre Entscheidung niemals bereuen und ihr Hund und Sie miteinander zufrieden sind und glücklich werden.

Nachfolgend und da wir nicht wirklich wissen können, inwieweit Sie mit der Thematik vertraut sind, möchten wir einige Hinweise geben.

Was können Hunde aus dem Tierschutz erlebt haben?
Diese Hunde haben fast immer mehr oder weniger schreckliche Dinge erfahren und können entsprechend traumatisiert sein. Dessen sollten Sie sich bewusst sein und ausreichend Geduld, Zeit und Verständnis für die eventuell auftretenden Anfangsprobleme, Ihres neuen Schützlings aufbringen.

Sie müssen sich bitte vorstellen, dass diese Hunde in aller Regel ausgesetzt bzw. wie Müll entsorgt worden sind! Von seinem bisherigen Rudel (den Menschen) ausgestoßen zu werden, ist z. B. das erste Trauma eines jeden Hundes und wird von ihm ganz individuell, mehr oder weniger gut, bzw. früher oder erst später verkraftet.
Einige Hunde haben das Vertrauen zu den Menschen verloren. Jetzt liegt es an Ihnen, den Hunden dieses Vertrauen zurückzugeben. Sie sollten daher also bitte genau so viel Geduld aufbringen, wie Ihr neuer Hund benötigt.

Wichtige Hinweise bei der Übernahme/Empfang des Hundes:

  • kontrollieren Sie bitte das Halsband und stellen sie es auf den Hund ein – bitte so eng, dass er es sich nicht beim Rückwärtslaufen über den Kopf ziehen kann und sich somit aus dem Halsband befreit. (Ungefähr 2 Finger sollten zwischen Hundehals und Halsband passen)
  • sichern Sie den Hund sofort mit der Leine am Halsband
  • zusätzlich zum Halsband – sollte dem Hund noch ein Geschirr angelegt werden und dieses sollte ebenfalls mit einer Leine gesichert werden! (Doppelte Sicherheit!)
    Durch den Stress der Reise und der für den Hund völlig neuen Situation wie auch Futterumstellung etc., kann es zu Durchfällen kommen, die sich aber nach 2 Tagen bessern sollten. Länger andauernder und hartnäckiger Durchfall muss jedoch immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden, insbesondere auch dann, wenn sich Blut im Kot zeigt.
  • Wichtige Ankunft im neuen Zuhause:

    Es ist kein Artgenosse/Ersthund vorhanden:

  • tragen Sie bitte kleine Hunde in der Box oder der Tragetasche bzw. auf dem Arm in das Haus/die Wohnung
  • der Hund sollte beim ersten Betreten der neuen Räumlichkeiten angeleint im Haus, Wohnung, Garten rumgeführt werden und dann wird ihm sein Platz gezeigt/zugewiesen und dort wird er dann mit Futter/Leckerlie belohnt
  • bieten Sie dem Hund Wasser/Futter an und gehen Sie zum Lösen raus, dabei bitte an die doppelte Sicherung des Hundes denken.
  • Füttern Sie den Hund bitte die ersten Tage aus der Hand, damit er Vertrauen Ihnen gegenüber aufbauen kann und auf Sie achtet. (Futtergeber = Rudelführer = wichtige Person!)
  • Belohnen Sie ihn für richtiges Verhalten
  • bitte lassen Sie den Hund zunächst an der Leine, denn damit geben Sie Ihrem Hund Sicherheit und signalisieren ihm gleichzeitig, dass Sie die Führung haben. Dies beachten Sie bitte auch beim Spielzeug, Futter, Leckerlies etc. Sie verwalten bitte diese Ressourcen für den Hund- er sollte zu diesen Sachen keinen selbständigen Zugang haben – nur das Wasser – also trinken steht dem Hund Tag und Nacht zur Verfügung.
  • Zeigen Sie dem Hund in den ersten Tagen gemeinsam alles, was für das zukünftige Zusammenleben von Bedeutung ist was er braucht bzw. woran er sich gewöhnen muss, da es selbstverständlich ist wie z.B. Staubsauger, Fön, Waschmaschine, alle Geräusche des Haushalts, Auto, Fahrräder, andere Menschen, Erwachsene, Kinder (bewegen sich anders als Erwachsene) soviel als möglich. Nehmen Sie dabei Futter/Leckerlies zur Hilfe.
  • Bauen Sie so früh wie möglich eine Bindung über Futter und Zuwendung zu Ihrem Hund auf.
  • Besprechen Sie die Erziehung des Hundes innerhalb Ihrer Familie und stellen Sie Regeln auf, die Sie dann auch bitte ab dem ersten Tag beachten und auch konsequent dabei bleiben.... seinen Freiraum wird sich Ihr Hund später sowieso schon selber erarbeiten...
  • Wichtig: Denken Sie bitte daran, den Hund die ersten Wochen an der Leine zu halten.

    Auch wenn der Hund schon eine Bindung aufgebaut hat und sie eigentlich sicher sind, dass der Hund nicht weglaufen würde, kann er doch plötzlich durch ungewohnte Geräusche oder fremde Hunde in Panik geraten und dann kann es sehr schwierig werden, den Hund wieder einzufangen.

    Wir wissen, dass Sie dem Hund endlich Bewegungsfreiheit gönnen möchten, aber wie schrecklich wäre es, wenn Sie den Hund gleich in der ersten Woche wieder verlieren, weil er in Panik z. B. in ein Auto läuft. Deshalb unsere Bitte: Festhalten! 

    Es ist ein Artgenosse/Ersthund im Haus – also schon vorhanden:

  • Die Erstbegegnung der beiden Hunde sollte auf neutralem Terrain erfolgen und danach sollte man zusammen ins Haus/Wohnung reingehen und dann weiter wie oben beschrieben
  • Die Spielsachen und das Eigentum des Ersthundes sollten Sie vorher wegräumen um Streit oder Aggressionen zu vermeiden
  • Es leben Kinder mit im Haushalt:
    Kleine Kinder (bis 10/12 Jahre) mit dem Hund nicht allein lassen.
    Der Liegeplatz des Hundes (seine Ruhezone) ist für Kinder tabu, dort sollte er auch nicht bedrängt oder gestreichelt werden.
    Kontaktaufnahme zwischen Hund und Kind beobachten, den Hund entscheiden lassen, Futter/Leckerlie helfen dabei (Futterspiele).
    Hundespielzeug ist kein Kinderspielzeug, anders herum genauso. Ältere Kinder (ab 10 Jahre) können mit dem Hund (erst mal unter Aufsicht, später auch allein) arbeiten, ihm Kunststücke beibringen etc.
    Alleine Gassi gehen bitte nur Kinder, die den Hund auch kontrollieren/führen können (ein 15kg Kind wird einen Hund mit 25kg nicht halten können)

    Der EU -Ausweis:
    Wenn die Hunde angekommen sind, erhalten Sie von uns den EU-Ausweis Ihres neuen Familienmitgliedes. In diesem Pass ist vermerkt, was für Impfungen, Entwurmungen und Parasitenschutz der Hund erhalten hat. Auch ist dort seine ganz individuelle Chip-Nummer eingetragen.

    Sollte der Hund über ein halbes Jahr alt sein, wird auf der vorletzten Seite der Leishmaniose-Test eingetragen. Bei Welpen ist dieser Test leider noch nicht möglich.

    Bei Hunden über 8 Monaten, ist auf der letzten Seite und sofern keine anderen Absprachen getroffen wurden, das Kastrationsdatum vermerkt.

    Entwurmung:
    Denken Sie bitte daran, den Hund nach ca. 4 Wochen noch einmal zu entwurmen, da nur die sich im Magen-Darm-Trakt befindlichen Würmer abgehen, aber nicht die Wurmeier.

    Wichtig: In diesem Zusammenhang möchten wir besonders auf den möglichen parasitären Darmbefall von Giardien hinweisen. Diese Parasiten gibt es auch schon bei uns, aber sie treten vermehrt in den südlichen Ländern auf. Giardien lassen sich einfach durch einen Schnelltest nachweisen und sind dann auch leicht, durch z. B. das Medikament „Panacur“ behandelbar. Einmal erkannt und behandelt, ist es dann nicht mehr besorgniserregend und schnell ausgestanden.

    Impfungen:
    Das ist ein mittlerweile unter den Fachleuten kontrovers diskutiertes Thema und das Motto: „Viel hilft auch viel“ gilt schon lange nicht mehr! Einige Impfungen müssen sein, aber wir sollten auch sehr darauf achten, dass wir unseren Schützlingen nicht zuviel Impfstoff verabreichen lassen, da dass auch durchaus schädlich sein kann.

    Wir wissen und haben schon oft gehört, dass einige deutsche Tierärzte bei ausländischenHunden gerne auch mal nachimpfen. Achten Sie bitte darauf, dass das nicht ohne eine gerechtfertigte Begründung geschieht.

    Die Hunde, die wir nach Deutschland holen, sind alle geimpft. Manchmal ist jedoch nur eine Impfung eingetragen, da vorherige Impfungen und bevor der Hund nach Deutschland vermittelt ist, nur auf einer Karteikarte des Tierheimes vermerkt sind, ein EU-Ausweis jedoch erst nach erfolgter Vermittlung erstellt wird.

    Zusätzliche Hinweise:
    Außerdem möchten wir dringend darauf hinweisen, dass Sie bitte niemals ihren Hund vor einem Laden anbinden, wenn Sie einkaufen gehen, auch wenn es noch so kurz sein sollte. Es kann sein, dass gerade ihr neuer Weggefährte angeleint ausgesetzt wurde, sich erinnert, in Panik seine Leine durchbeißt und wegläuft.
    Es gibt auch Hundehändler, die gerade auf solche Gelegenheiten warten, die Situation auskundschaften und in Sekundenschnelle ihren Hund stehlen.

    Jeder Hund ist anders, genau wie wir Menschen auch. Einige Hunde fühlen sich gleich Zuhause, sind fröhlich und aufgeschlossen und andere sind zuerst schüchtern und ängstlich. Aber mit viel Liebe und Geduld legt sich auch das in meist wenigen Tagen.

    Wichtig: Auf Probleme dieser Art sollten Sie gefasst sein. Sie müssen nicht, aber sie können, so oder in ähnlicher Weise, zunächst auf Sie zukommen.

    Wenn jedoch die eventuellen Anfangsprobleme ausgestanden sind, haben Sie auf einmal den allertollsten Hund und Freund gewonnen, denn kein Hund ist dankbarer, als einer aus dem Tierschutz.

    Zypernhunde e.V. möchte Ihnen noch einmal danken, dass Sie einem Tierschutzhund, einem Hund in Not helfen und ein besseres Leben schenken wollen.

    Bitte sorgen Sie gut für Ihn und ersparen ihm für den Rest seines Lebens jedwedes Leid.

    Sollten Sie noch Fragen oder Probleme haben, sind wir gerne bereit, Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

    Gründe, warum wir Hunde aus den Tötungsstationen nicht direkt vermitteln:
    Wahrscheinlich haben sich einige Freunde und Besucher unserer Seite immer schon einmal gefragt, warum wir Hunde aus den Tötungsstationen nicht direkt an Familien vermitteln, sondern sie vorher in Partnertierheimen oder Pflegestellen unterbringen, bevor sie überhaupt erst zur Vermittlung auf unserer Seite erscheinen.

    Ganz aktuell haben wir ein Beispiel, das uns darin bestärkt, diese Vorgehensweise auch weiterhin beizubehalten.

    Unser Frodo aus dem Julia-Shelter landete genau in so einer Tötungsstation. So ein hübscher und stattlicher Rüde, hätte wahrscheinlich auch sofort in eine Familie vermittelt werden können. Unserer Philosophie lässt dieses Handeln aber nicht zu.

    Und jetzt können Sie einmal schauen, aus welchem Grund das unter anderem so ist.

    Es lässt sich nicht bestreiten, dass Hunde in einer Tötungsstation unter enormen psychischen Druck stehen. Der Lärm, der Gestank, keine Bewegung, den Geruch von Tod in der Nase... All das das lässt die Hunde nicht so sein, wie sie normalerweise und in ruhiger Umgebung sind. Außerdem verbergen die Hunde dort oft Schmerzen und Krankheiten, weil sie durch den Stress eine viel höhere Menge Adrenalin ausschütten. Dies kann man jetzt auch am Beispiel von Frodo sehen. Als er aus der Tötungsstation geholt wurde, ging es ihm augenscheinlich, bis auf die mangelende Bewegung gut. Er erfreute sich seines Lebens, als er ins Julia-Shelter kam. Bevor Frodo dann nach Deutschland ausreisen durfte, wurden einige Untersuchungen mit ihm gemacht, die zutage brachten, dass unter seinem Fell eine schmerzhafte Entzündung der gesamten Rückenhaut ausgebrochen war. Da befand er sich schon einige Wochen im Shelter. Dadurch das er im Shelter einigen Stress abbauen konnte, konnte sich die Krankheit erst aus dem Körper kommen und sich entwickeln.

    Jetzt stellen Sie sich einmal vor, wir hätten Frodo sofort vermittelt und die Entzündung wäre bei der neuen Familie ausgebrochen. Unerkannt unter der Haut. Und dann stellen Sie sich einmal vor, in der Familie wären vielleicht sogar Kinder gewesen, die ihm ein bisschen heftiger über sein Fell gestreichelt hätten, unwissend, dass darunter eine Entzündung schlummert. Jeder Hund reagiert unter Schmerzen anders.

    Um dies zu verhindern, gehen wir mit den Hunden die wir aus aus den Tötungsstationen holen, zuerst zum Tierarzt, um den ersten Blutcheck und den ersten Check des Allgemeinzustands zu machen. Erst dann geht der Hund in eins unserer Partnertierheime, wo wir ihn ein paar Wochen beobachten können. Natürlich versuchen wir so genau wie möglich den Gesundheitszustand und das Sozialverhalten zu beobachten, um einen besseren Einblick um die Psyche und Physe des Hundes zu bekommen. Diese Beobachtungen gehen insbesondere von unseren Trainern aus, die sich mit der Körpersprache eines Hundes besonders gut auskennen.

    Wir haben häufig erlebt, dass manche Hunde sich nach ein oder zwei Wochen so entspannen und zur Ruhe kommen, dass dann Erkrankungen des Immunssystems auftauchen können, oder eben Hauterkrankungen wie bei Frodo, die die Hunde sich sicherlich schon in der Tötungsstation geholt haben, aber erst ausbrechen wenn die Hunde zur Ruhe gekommen sind.
    Auch wenn man die Hund direkt aus der Tötungsstation in einen Flieger setzt, kann zusätzlicher Druck entstehen, der Krankheiten ausbrechen lassen könnte. Denn man weiß ja nicht was die Hunde bisher erlebt haben und wie sie diese erneute Stresssitation verkraften.

    Um zu vermeiden, dass diese Hunde krank in Deutschland ankommen oder dort sofort krank werden, lassen wir sie genau deshalb gerne noch ein wenig zu Ruhe kommen, bis sie dann ihre große Reise antreten dürfen.

    Das Leben im Tierheim ist natürlich nicht gerade das, was wir uns für unsere Hunde wünschen, aber die Hunde merken nach einer Weile, dass sie in Sicherheit sind und sich entfalten können. Und erst dann sind wir in der Lage, diese Hunde vom Wesen, Sozialverhalten und Gesundheitszustand her zu beurteilen.

    Dies gilt allerdings nicht nur für die Hunde aus der Tötungsstation, sondern allgemein für alle Hunde die aus Stresssituationen kommen, wie ganz aktuell bei Dave dem Kämpfer, der sich wochen- oder monatelang auf den Straßen durchkämpfen musste. Auch Dave muss noch eine Weile beobachtet werden, bevor er in die Vermittlung kommt.

    Natürlich besteht immer ein gewisses Restrisiko, dass ein Hund in Deutschland doch ein wenig anders verhält als im Shelter, oder doch eine Krankheit hier ausbricht. Ein gewisses Risiko können wir nie ganz ausschalten, dieses Risiko besteht aber auch, wenn man einen Hund vom Züchter anschafft.

    Wir geben unser bestes, dieses Risiko so gering wie möglich zu halten.



    Ihr Team Zypernhunde e.V.
     

       
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